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Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) hat mit der Publikation «Aus Unglück darf nicht Ungerechtigkeit werden» eine ethische Stellungnahme zur intensivmedizinischen Triage in der Covid-19-Pandemie veröffentlicht. Der Text wurde vom Rat der EKS genehmigt und von Frank Mathwig, Theologe und Ethiker, verfasst.
Im Zentrum steht die Frage, wie Entscheidungen über Leben und Tod in Situationen medizinischer Knappheit getroffen werden können, ohne gegen die Grundsätze der Menschenwürde und Gerechtigkeit zu verstossen. Die EKS warnt davor, dass aus dem Unglück einer Pandemie keine strukturelle Ungerechtigkeit entstehen darf.
Die Stellungnahme reflektiert die Spannungsfelder zwischen Freiheit, Verantwortung und Solidarität. Sie macht deutlich, dass Triage-Entscheidungen – also Priorisierungen bei knappen medizinischen Ressourcen – immer eine ethische Grenzsituation darstellen. Medizinisches Handeln darf nicht ausschliesslich von Nützlichkeitserwägungen bestimmt werden, sondern muss die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen wahren.
Der Text ruft Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen dazu auf, für faire und transparente Kriterien zu sorgen. Besonders betont wird, dass Entscheidungen über den Verzicht auf Behandlung niemals durch gesellschaftlichen Druck entstehen dürfen und dass eine hochstehende Palliativversorgung immer gewährleistet sein muss.
Die EKS versteht diese Stellungnahme als Beitrag zu einer öffentlichen Diskussion über Solidarität, Verantwortung und den Schutz der Schwächsten in Krisenzeiten.
PDF herunterladen: 10 Fragen – 10 Antworten. Aus Unglück darf nicht Ungerechtigkeit werden

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