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Mit «Das Abendmahl in evangelischer Perspektive» legt der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK grundlegende Überlegungen zum evangelischen Verständnis des Abendmahls vor. Die Publikation erläutert die theologische Bedeutung des Abendmahls, ordnet Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen ein und formuliert Empfehlungen für die evangelische Abendmahlspraxis und die ökumenische Zusammenarbeit in der Schweiz.
Ausgangspunkt ist die doppelte Bedeutung des Abendmahls für die Ökumene: Es verbindet die christlichen Kirchen und macht zugleich bestehende Trennungen sichtbar. Der Rat SEK will deshalb das evangelische Abendmahlsverständnis in Erinnerung rufen, zur Klärung der ökumenischen Diskussion beitragen und gleichzeitig Fragen der eigenen evangelischen Abendmahlspraxis aufnehmen. Verfasst wurde der Text von Beat Huwyler und Martin Sallmann; für seinen Inhalt trägt der Rat SEK die Verantwortung.
Theologische Grundlage ist insbesondere die Leuenberger Konkordie von 1973. Sie formuliert gemeinsame Grundlinien des evangelischen Abendmahls-, Kirchen- und Amtsverständnisses. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass sich der auferstandene Jesus Christus im Abendmahl selbst schenkt. Die Feier steht für Vergebung und neues Leben, Gemeinschaft und Dienst, Vergegenwärtigung und Verkündigung, Bekenntnis und Begegnung sowie Dank und Lob.
Einen besonderen Stellenwert hat die ökumenische Dimension. Die Publikation beschreibt sowohl Annäherungen als auch weiterhin bestehende Unterschiede zwischen den Konfessionen. Dazu gehören Fragen nach Kirche und Amt, nach der Leitung der Eucharistie sowie nach dem Verhältnis von eucharistischer Gemeinschaft und kirchlicher Einheit. Aus evangelischer Sicht setzt ein gemeinsames Abendmahl nicht bereits die volle kirchliche Einheit voraus; es kann vielmehr selbst ein Schritt auf dem Weg zur Einheit sein.
Der Rat SEK befürwortet deshalb die eucharistische Gastfreundschaft. Zur Feier des Abendmahls sollen diejenigen willkommen sein, die sich zu Jesus Christus bekennen. Zugleich hält der Text daran fest, dass mit der eucharistischen Gastfreundschaft das Ziel der vollen Kirchengemeinschaft noch nicht erreicht ist. Von Inter- und Konzelebration empfiehlt der Rat zum damaligen Zeitpunkt abzusehen, weil notwendige Schritte der ökumenischen Annäherung und Verständigung nicht übersprungen werden sollen.
Die Publikation richtet den Blick auch selbstkritisch auf die evangelische Praxis. Sie fordert Aufmerksamkeit für eine theologisch verantwortete Liturgie, eine angemessene Regelmässigkeit der Abendmahlsfeier, den Umgang mit den Abendmahlselementen und die Wahrnehmung der kirchlichen Leitungsverantwortung. Das Abendmahl soll in seiner theologischen und gemeinschaftsbildenden Bedeutung erkennbar werden und nicht lediglich als gelegentlicher Zusatz zum Gottesdienst erscheinen.
Im Fazit bekräftigt der Rat SEK seinen Willen zum ökumenischen Dialog. Solange die volle eucharistische Gemeinschaft nicht möglich ist, wollen die evangelischen Kirchen der Schweiz an der eucharistischen Gastfreundschaft festhalten. Gleichzeitig sollen Fragen des Bekenntnisses, des Amtes und der Ordination, des Kirchenverständnisses, der Episkopè sowie des Verhältnisses von Gemeinschaft und Einheit weiter theologisch reflektiert werden. Die Publikation bietet damit Orientierung zum evangelischen Abendmahlsverständnis und eine Grundlage für die ökumenische Praxis und den weiteren Dialog zwischen den Kirchen.
Das vollständige Dokument als PDF lesen: Huwyler Sallmann – Das Abendmahl in evangelischer Perspektive.pdf
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