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Energieethik

31. Oktober 2007

Unterwegs in ein neues Energiezeitalter

Nachhaltige Perspektiven nach dem Ende des Erdöls

Mit der Studie «Energieethik» legt der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK eine umfassende theologisch-ethische Auseinandersetzung mit der Energiefrage vor. Die Publikation fragt, wie Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirchen mit dem absehbaren Ende des fossilen Energiezeitalters umgehen können – und welche Verantwortung sich daraus für Klimaschutz, Gerechtigkeit, Frieden, Nachhaltigkeit und künftige Generationen ergibt.

Die Studie geht davon aus, dass die Energiepolitik erneut zu einer zentralen öffentlichen Frage geworden ist. Klimawandel, abnehmende Verfügbarkeit fossiler Energien, geopolitische Konflikte um Erdöl und Gas sowie die ungerechte Verteilung nicht erneuerbarer Ressourcen zeigen nach dem Dokument, dass ein tiefgreifender Wandel des Energiesystems notwendig ist. Das thermoindustrielle Zeitalter, geprägt durch Erdöl und andere fossile Energien, nähert sich seinem Ende. Damit stellt sich nicht nur eine technische oder wirtschaftliche Frage, sondern eine ethische und spirituelle Herausforderung.

Ein besonderer Akzent der Studie liegt auf dem kirchlichen Beitrag zur Energiedebatte. Die Kirchen bringen nach dem Dokument nicht nur Wertüberzeugungen ein, sondern auch seelsorgliche und spirituelle Kompetenz. Die Energiekrise wird als Krise verstanden, die den ganzen Menschen betrifft: Sie fordert zum Abschied von Gewohnheiten heraus, verlangt neue Zuversicht und ruft dazu auf, Reden und Handeln in Einklang zu bringen. Auch die materielle Praxis der Kirchen – etwa der verantwortliche Umgang mit Energie im eigenen Betrieb – gehört zur Glaubwürdigkeit ihrer Energiebotschaft.

Die Studie behandelt unter anderem folgende Themen:

  • Klimawandel, Peak Oil und das Ende des fossilen Energiezeitalters
  • Kernenergie, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und graue Energie
  • Freiheit, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Beteiligung und Frieden als ethische Kriterien
  • Energiepolitik als Frage globaler Verantwortung und Generationengerechtigkeit
  • die spirituelle Dimension der Energiekrise als Prozess von Trauer und neuer Zuversicht
  • ethische Bewertung schweizerischer Energieszenarien
  • die 2000-Watt-Gesellschaft als langfristige Orientierung
  • politische Rahmenbedingungen, Lebensstilfragen und kirchliche Glaubwürdigkeit

In der ethischen Bewertung spricht sich die Studie für eine konsequente Umorientierung des Energiesystems aus. Im Zentrum steht die Perspektive einer 2000-Watt-Gesellschaft. Diese bedeutet nach dem Dokument, den gesamten Energieverbrauch deutlich zu senken und den Verbrauch nicht erneuerbarer Energien besonders stark zu reduzieren. Der notwendige Wandel soll weder verdrängt noch angstbesetzt behandelt werden. Die Studie setzt vielmehr auf Mut, Innovationskraft, politische Rahmenbedingungen und eine verantwortliche Veränderung von Lebensweisen.

Die Publikation zeigt, dass Energieethik mehr ist als die Bewertung einzelner Technologien. Sie fragt nach den Zielen des Energieverbrauchs, nach sozialer und globaler Gerechtigkeit, nach Frieden und nach der Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Damit bietet sie eine Grundlage für kirchliche Urteilsbildung, öffentliche Diskussion und praktische Schritte auf dem Weg in ein nachhaltigeres Energiezeitalter.

Das vollständige Dokument als PDF lesen: Schäfer – Energieethik. Unterwegs in ein neues Energiezeitalter. Nachhaltige Perspektiven nach dem Ende des Erdöls. SEK Studie 1.pdf

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