Gemeinsame Erklärung zum Dialog von Juden und evangelischen Christen in der Schweiz
Wie lassen sich Freiheit, Schrift und Verantwortung gemeinsam denken?
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) legen mit der gemeinsamen Erklärung «In gegenseitiger Achtung auf dem Weg» ein grundlegendes Dokument zum jüdisch-christlichen Dialog in der Schweiz vor. Die Erklärung ist das Ergebnis jahrzehntelanger Gespräche und Zusammenarbeit in der Evangelisch-Jüdischen Gesprächskommission.
Die Erklärung wurde 2010 vom Rat des SEK verabschiedet und gemeinsam mit dem SIG veröffentlicht. Sie markiert einen Meilenstein im offiziellen Dialog zwischen Juden und evangelischen Christen in der Schweiz und reflektiert die Erfahrungen und theologischen Lernprozesse seit der Schoa.
Inhalt und Schwerpunkte
Die Publikation behandelt:
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das Verständnis von Identität und Dialog in jüdischer und christlicher Perspektive
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die Bedeutung von Freiheit als Voraussetzung eines Dialogs auf Augenhöhe
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die Rolle der Schrift in Judentum und Christentum und ihre dialogische Auslegung
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die gemeinsame Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Zentrale Fragen lauten:
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Was macht einen respektvollen und gleichberechtigten Dialog zwischen Juden und Christen aus?
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Wie kann religiöse Differenz anerkannt werden, ohne sie aufzulösen?
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Welche Verantwortung erwächst aus dem gemeinsamen Hören auf die Schrift?
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Wie lassen sich Dialog, Minderheitenschutz und gesellschaftliche Verantwortung verbinden?
Der SEK versteht den jüdisch-christlichen Dialog als einen Prozess gegenseitiger Anerkennung, der auf Respekt, Freiheit und Verantwortung gründet. Die Erklärung richtet sich an jüdische und evangelische Gemeinden, an Personen in Bildung, Seelsorge und Verkündigung sowie an alle, die sich für den interreligiösen Dialog in der Schweiz engagieren.

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