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Wahrheit in Offenheit

14. Februar 2007

Der christliche Glaube und die Religionen

Mit der Stellungnahme «Wahrheit in Offenheit. Der christliche Glaube und die Religionen» legt der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK eine theologische Orientierung zum Verhältnis des christlichen Glaubens zu anderen Religionen vor. Die Publikation fragt, wie Christinnen und Christen ihre eigene Glaubensüberzeugung leben können, ohne sich gegenüber Menschen anderer religiöser oder weltanschaulicher Überzeugungen zu verschliessen. Ausgangspunkt ist die Spannung zwischen christlicher Wahrheitsgewissheit und religiöser Vielfalt in einer pluralistischen Gesellschaft.

Der Text setzt bei der Überzeugung an, dass sich Gott in Jesus Christus wahrhaftig zu erkennen gegeben hat. Zugleich begegnen Christinnen und Christen Menschen, deren religiöse Gewissheiten nicht mit den eigenen übereinstimmen: Angehörigen anderer Konfessionen, anderer Religionen oder Menschen, die religiösen Überzeugungen skeptisch gegenüberstehen. Die Publikation fragt deshalb, ob die Wahrheit des christlichen Glaubens notwendig zu Abgrenzung, Intoleranz oder Ausschluss führt – oder ob Offenheit gegenüber Andersglaubenden gerade aus der Mitte des christlichen Glaubens begründet werden kann.

Die Stellungnahme gliedert sich in zwei Hauptteile. Zunächst zeichnet sie wichtige kirchliche und theologische Positionen zum Verhältnis des Christentums zu nichtchristlichen Religionen nach. Dazu gehören Entwicklungen in der ökumenischen Bewegung, in der römisch-katholischen Kirche, in evangelischen Kirchen und in Freikirchen sowie der Bezug auf das «Projekt Weltethos». Anschliessend entfaltet der Text eine eigene theologische Positionsbestimmung zur interreligiösen Offenheit aus den Grundlagen des christlichen Glaubens.

Zentral ist die Unterscheidung zwischen der Wahrheit Gottes und menschlichen religiösen Wahrheitsansprüchen. Der christliche Glaube lebt aus der Gewissheit der Wahrheit Gottes, verfügt aber nicht über diese Wahrheit wie über einen Besitz. Daraus ergibt sich eine Haltung, die weder die eigene Glaubensüberzeugung relativiert noch andere religiöse Überzeugungen vorschnell abwertet. Die Publikation verbindet christliches Bekenntnis, theologische Selbstklärung und Dialogfähigkeit.

Das Dokument behandelt unter anderem folgende Themen:

  • christliche Wahrheitsgewissheit und religiöser Pluralismus
  • biblische Aussagen zum Heil und zu sogenannten Exklusivaussagen
  • Begegnung und Dialog mit Angehörigen anderer Religionen
  • interreligiöse Offenheit aus dem Glauben an Gott den Schöpfer, Jesus Christus und den Geist Gottes
  • Verhältnis von Mission, Zeugnis und Dialog
  • Chancen und Grenzen interreligiöser Begegnung

Die Stellungnahme bietet eine theologisch fundierte Grundlage für den interreligiösen Dialog aus evangelisch-reformierter Perspektive. Sie richtet sich an kirchliche Verantwortungsträger:innen, theologisch Interessierte und alle, die nach einer christlich verantworteten Haltung im religiös pluralen Zusammenleben fragen. Ihr Beitrag liegt darin, christliche Identität und Offenheit nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als miteinander verbundene Aufgaben kirchlicher Urteilsbildung zu verstehen.

Ganze Stellungnahme hier als PDF zu lesen: Bernhardt-Wahrheit-in-Offenheit.-Der-christliche-Glaube-und-die-Religionen.-SEK-Position-8.pdf

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