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Mit der «Ökumenischen Erklärung zum Wasser als Menschenrecht und als öffentliches Gut» beziehen Kirchen aus der Schweiz und Brasilien gemeinsam Stellung zur Bedeutung des Wassers für Mensch, Gesellschaft und Schöpfung. Die Erklärung wurde vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK, dem Ökumenischen Rat Christlicher Kirchen Brasiliens CONIC sowie den katholischen Bischofskonferenzen Brasiliens und der Schweiz getragen. Sie entstand in Anknüpfung an die von der UNO ausgerufene Internationale Wasserdekade 2005–2015.
Ausgangspunkt der Erklärung ist die grundlegende Bedeutung von Wasser für alles Leben. Die Kirchen verstehen Wasser als Gabe Gottes und als gemeinsames Gut, das nicht privatisiert werden soll. Zugleich erklären sie den Zugang zu Wasser zum Menschenrecht. Sie weisen dabei auch auf die besondere Situation von Frauen und Mädchen hin, die in vielen Ländern für die Wasserversorgung verantwortlich sind und dadurch gesundheitlich belastet oder am Schulbesuch gehindert werden.
Die Erklärung verbindet menschenrechtliche und gesellschaftspolitische Überlegungen mit einer theologischen Perspektive. Wasser ist nach ihrem Verständnis nicht nur ein Wirtschaftsgut. Es besitzt auch soziale, kulturelle, medizinische, religiöse und spirituelle Bedeutung. Biblisch verweist das Dokument unter anderem auf die Schöpfung, die Wasserversorgung des Volkes Israel in der Wüste und die Taufe.
Die beteiligten Kirchen fordern die Staaten auf, den Zugang zu Trinkwasser für alle Menschen zu sichern und Wasser als öffentliches Gut zu behandeln. Bei der Nutzung von Wasser sollen klare Prioritäten gelten: An erster Stelle stehen die Versorgung von Menschen und Tieren sowie der Wasserbedarf für die Nahrungsproduktion. Damit verbindet die Erklärung die Frage des Menschenrechts auf Wasser mit einer vorbeugenden Umweltpolitik und der Solidarität zwischen Gemeinden, Ländern und Völkern.
Die Kirchen verpflichten sich zugleich selbst zum Handeln. Sie wollen ihre Kirchen, Kirchgemeinden, Werke und Partnerorganisationen für die Anliegen der Erklärung gewinnen, gemeinsam mit sozialen Bewegungen und NGOs die Öffentlichkeit sensibilisieren und sich gegenüber den Regierungen der Schweiz und Brasiliens für das Menschenrecht auf Wasser, Wasser als öffentliches Gut und eine internationale Wasserkonvention einsetzen.
Die ökumenische Erklärung verbindet damit theologische Schöpfungsverantwortung, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltpolitik. Sie bietet eine kirchliche Orientierung zur Frage, wie der Zugang zu lebensnotwendigem Wasser geschützt und Wasser als gemeinsames Gut verantwortungsvoll genutzt werden kann.
Das vollständige Dokument als PDF lesen: SEK et al. – Ökumenische Erklärung zum Wasser als Menschenrecht und als öffentliches Gut.pdf
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