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Sonntag schützen, Gemeinschaft stärken

10. Juli 2005

Ein ökumenischer Beitrag der Kirchen zur Revision des Arbeitsgesetzes

Mit «Sonntag schützen, Gemeinschaft stärken» legen der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK und die Schweizer Bischofskonferenz SBK einen gemeinsamen ökumenischen Beitrag zur Revision des Arbeitsgesetzes vor. Die Publikation befasst sich mit dem Schutz des arbeitsfreien Sonntags und seiner religiösen, sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung. Anlass war die eidgenössische Volksabstimmung vom November 2005 über die Ladenöffnungszeiten in Zentren des öffentlichen Verkehrs.

Im Zentrum stand die Frage, ob Verkaufsstellen und Dienstleistungsbetriebe in stark frequentierten Bahnhöfen und Flughäfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne die bisherigen Ausnahmebewilligungen am Sonntag beschäftigen dürfen. SEK und SBK lehnen eine weitere Ausweitung des Sonntagsverkaufs ab. Sie verstehen die Gesetzesrevision zugleich als Teil einer weitergehenden Entwicklung hin zur Flexibilisierung der Sonntagsarbeit.

Die Kirchen begründen den Sonntagsschutz nicht allein religiös. Aus christlicher Sicht erinnert der Sonntag an Gottes Schöpfung und Erlösung und schafft Raum für Gottesdienst und Gemeinschaft. Gleichzeitig besitzt ein gemeinsamer arbeitsfreier Tag nach Auffassung der Publikation eine grundlegende gesellschaftliche Funktion: Er ermöglicht gemeinsame Zeit, stärkt Familien und soziale Beziehungen und schafft Freiräume für Erholung, Begegnung, Vereinsleben und freiwilliges Engagement.

Das Dokument behandelt unter anderem folgende Themen:

  • die religiöse und gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags,
  • gemeinsame Zeit für Familien und Gemeinschaft,
  • den Rhythmus von Arbeit und Ruhe,
  • Religionsausübung und kirchliches Leben,
  • soziale Folgen flexibler Arbeitszeiten,
  • Auswirkungen des Sonntagsverkaufs auf Arbeitnehmende,
  • wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Folgen liberalisierter Ladenöffnungszeiten.

Einen besonderen Akzent setzt der Text auf das Verhältnis von Freiheit, Gemeinschaft und sozialer Gerechtigkeit. Einer erweiterten Konsumfreiheit stellt er die Freiheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber. Wirtschaftliche Tätigkeiten haben aus Sicht der Kirchen ihren wichtigen, aber begrenzten Raum; nicht alle Lebensbereiche und Lebenszeiten sollen ökonomischen Anforderungen untergeordnet werden.

Die Publikation betrachtet die Revision des Arbeitsgesetzes deshalb aus religiöser, sozialer und wirtschaftlicher Perspektive. Sie verweist auf die Bedeutung des Sonntags für Gottesdienste und Religionsausübung, für Familien, Vereine und gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie auf mögliche Folgen einer Deregulierung der Ladenöffnungszeiten. In der Schlussfolgerung begründen SEK und SBK ihre ablehnende Haltung gegenüber der damaligen Revision des Arbeitsgesetzes und empfehlen, die dargestellten Argumente bei der Abstimmung zu berücksichtigen.

«Sonntag schützen, Gemeinschaft stärken» dokumentiert damit eine ökumenische kirchliche Position zum Sonntagsschutz und zur Sonntagsarbeit in der Schweiz. Die Publikation verbindet theologische Überlegungen mit sozialethischen und wirtschaftlichen Argumenten und bietet Orientierung zur Bedeutung gemeinsamer arbeitsfreier Zeit für Kirche und Gesellschaft.

Das vollständige Dokument als PDF lesen: SEK SBK – Sonntag schützen, Gemeinschaft stärken.pdf

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