Transparenz und Offenheit unverzichtbar

17. Juni 2007

Dialog mit den Muslimen

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK veröffentlicht mit «Dialog mit den Muslimen – Transparenz und Offenheit unverzichtbar» eine religionspolitische Position zum christlich-muslimischen Dialog in der Schweiz. Der Text geht auf eine Rede von Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates SEK, zurück, die am 17. Juni 2007 an der Abgeordnetenversammlung in Basel gehalten wurde.

Ausgangspunkt ist die veränderte religiöse Landschaft der Schweiz. Eine wachsende Zahl von Menschen muslimischen Glaubens lebt dauerhaft in der Schweiz und ist Teil der Dörfer, Städte, Arbeitswelt und Nachbarschaften. Der Text würdigt diese Präsenz als Bereicherung, benennt aber zugleich Fragen, die sich für das Zusammenleben in einem säkularen, pluralen und demokratischen Staat stellen.

Im Zentrum steht die Religionsfreiheit. Der SEK betont, dass Musliminnen und Muslime ihre religiöse Überzeugung sichtbar und gemeinschaftlich leben können sollen. Christliche Kirchen und jüdische Verbände bleiben dafür verlässliche Partner. Zugleich macht die Publikation deutlich, dass Religionsfreiheit nur dort gesichert werden kann, wo Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau, individuelle Freiheit, religiöse Neutralität des Staates und der Vorrang des säkularen Rechts gelten.

Das Dokument behandelt unter anderem folgende Themen:

  • Religion als gesellschaftspolitische Herausforderung
  • Verunsicherungen und Fragen in der Bevölkerung
  • Religionsfreiheit als zentraler Wert der Schweiz
  • Sichtbarkeit muslimischen Lebens, etwa bei Moscheen und Bestattungsfragen
  • Verhältnis von Politik und Religion
  • Religionsfreiheit als Freiheit zur Konversion
  • Einfluss islamischer Staaten auf Moscheevereine in der Schweiz
  • Bedeutung des interreligiösen Dialogs für islamische Verbände
  • Transparenz, Offenheit und Verbindlichkeit im Dialog

Die Publikation verbindet Dialogbereitschaft mit klaren Erwartungen. Der SEK ruft dazu auf, Gemeinsamkeiten zwischen Christentum, Judentum und Islam zu stärken und gemeinsam zum friedlichen Zusammenleben beizutragen. Gleichzeitig fordert er von islamischen Vereinen und Dachverbänden einen Dialog auf Augenhöhe, der von Transparenz, Offenheit, Kompromissbereitschaft und gegenseitigem Interesse geprägt ist.

«Dialog mit den Muslimen» bietet Orientierung für kirchliche, interreligiöse und gesellschaftliche Gespräche über Religionsfreiheit, Integration, religiöse Vielfalt und den Zusammenhalt in der Schweiz. Die Publikation zeigt, wie eine reformierte Kirche den Schutz religiöser Freiheit befürwortet und zugleich kritische Fragen zum Zusammenleben in einem freiheitlichen Rechtsstaat offen anspricht.

Das vollständige Dokument als PDF lesen: Wipf – Transparenz und Offenheit unverzichtbar. Dialog mit den Muslimen. SEK Impuls 1.pdf

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