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Am Weltgebetstag vom 6. März wandert das Gebet einmal rund um die Erde – von Zeitzone zu Zeitzone, von Kirche zu Kirche. Christinnen und Christen versammeln sich weltweit und beten für die Menschen in Nigeria. Allein in der Schweiz tragen rund 600 Frauengruppen diesen Tag – fast in jeder dritten politischen Gemeinde wird heute Abend gebetet.
Wir sprechen die Worte nigerianischer Frauen, die ihre Hoffnungen, ihre Klagen und ihre Zuversicht mit uns geteilt haben. Übersetzt in fünf Landessprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch, Vallader und Sursilvan – verbinden sie uns über Kontinente hinweg in einer weltumspannenden Gemeinschaft des Glaubens.
Die Situation der Christinnen und Christen in Nigeria ist erschütternd. Insbesondere im Norden und im Middle Belt kommt es wiederholt zu Angriffen durch bewaffnete Gruppen, bei denen auch christliche Gemeinden betroffen sind. Gruppen wie Boko Haram und ISWAP sind Teil dieses komplexen Gewaltkontextes, der religiöse, ethnische und ökonomische Aspekte verbindet.
Christinnen und Christen erleben in Teilen des Landes Diskriminierung, Gemeinden und Zivilpersonen sind Opfer von Gewalt, Vertreibung und Entführung.
Wer nun eine düstere, bedrückende Gebetsnacht erwartet, wird überrascht sein. Die Worte der nigerianischen Frauen strahlen ebensoviel Hoffnung aus, wir werden ermutigt durch ihre Widerstandskraft, das Lied, das sie komponiert haben, steckt an mit Lebensfreude. Und die Kochrezepte, die geteilt werden, nehmen hinein in den Duft von würzigen, nahrhaften Speisen. Vor den Fürbitten für ein geschundenes Land nehmen uns die nigerianischen Frauen auch hinein in den Dank und das Lob Gottes.
Ja, ich gebe es zu: ich bin ein Fan des Weltgebetstages. Auf meinen Besuchen von christlichen Partnerkirchen erfahre ich immer wieder, wie ermutigend die Erfahrung für die Gemeinden in einem Land sein kann, dass die ganze Welt einen Tag lang für sie betet. Ich erinnere mich an die Frauen im Libanon, die mir noch 20 Jahre später erzählt haben, wie sie gestärkt wurden durch den Weltgebetstag 2003 als die christliche Welt sie mit ihren Worten im Gebet trug. Und auf der Versammlung des Zentralausschusses des Weltkirchenrates 2025 in Johannesburg hat mir eine Nigerianerin freudig erzählt, welch positive Dynamik das Formulieren der Liturgie und das Zusammenstellen der Materialen über die Geschichte, die Kultur, die Rezepte für die Frauen in Nigeria hatte und wie sehr sie sich auf den 6. März 2026 freuen.
Wer betet, resigniert nicht. Wer betet, gibt sich der Ohnmacht nicht preis.
Im Gebet finden Worte der Hoffnung Raum, Gleichgültigkeit weicht der Solidarität. Wir wissen uns getragen – von einer weltumspannenden Gemeinschaft und von der Kraft des Glaubens. Dies habe ich am 24. Februar erfahren, als wir im vollen Berner Münster für die Menschen in der Ukraine gebetet haben. Und wir werden diese Kraft auch am 6. März spüren, wenn wir uns rund um die Uhr unter dem von den Nigerianerinnen formulierten Motto versammeln: “Ich will euch stärken, kommt!”
Der ökumenische Weltgebetstag Schweiz ist Teil einer weltweiten Bewegung von Frauen aus vielen christlichen Traditionen aus 170 Ländern. Jedes Jahr am ersten Freitag im März feiern Christinnen und Christen rund um den Globus einen gemeinsamen Gebetstag. 2026 stammt die Liturgie von Frauen aus Nigeria. Sie teilen ihre Hoffnungen, Herausforderungen und ihren Glauben mit der weltweiten Gemeinschaft. In Gebeten, Liedern und Texten laden sie dazu ein, sich mit ihrem Land zu verbinden und gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und Hoffnung zu beten. Informationen, Materialien und Vorbereitungshilfen: www.wgt.ch
Wie organisiert man einen Gebetstag, der weltweit von Frauen in über 170 Ländern, Regionen und Inseln gefeiert wird? Und was begeistert Schweizerinnen seit 1936 immer am ersten Freitag im März zusammen zu beten? Im ihrem Blogbeitrag erzählen Vroni Peterhans,...
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