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Der europäische Verband «Eurodiaconia» organisiert eine Serie von Webinars zum Thema Palliative Care. Die Idee dahinter ist, dass man sich gegenseitig Impulse gibt und sogar gemeinsame Projekte entstehen können. Diakonie Schweiz war eingeladen, eines der Online-Treffen zu «hosten».
Christine Stuber (Beauftragte für Kirchenbeziehungen der Evangelisch– reformierten Kirche Schweiz EKS) und Claudia Graf (Beauftragte für Spezialseelsorge und Palliative Care der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn refbejuso) bewarben sich mit dem Projekt einer nationalen ökumenischen Koordinationsstelle für die Seelsorge im Gesundheitswesen. Einrichtung der nationalen ökumenischen Koordinationsstelle für Seelsorge im Gesundheitswesen | Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz Am 28.8. konnten sie die Serie von Webinars damit eröffnen.
Als Kernbotschaft formulierten die beiden Referentinnen: «Our aim is to join forces and enhance our visibility by coordinating the various efforts of churches in health care with a national and ecumenical strategy.» Angesichts der verschiedenen Strukturen und zahlreichen Initiativen auf kirchlicher, kantonaler und institutioneller Ebene gibt es einen Bedarf an Koordination nach innen und nach aussen. Pfarrerin PD Dr. Claudia Kohli-Reichenbach soll der Seelsorge im Gesundheitswesen auf nationaler Ebene ein Gesicht geben. https://www.eks-eers.ch/claudia-kohli-reichenbach-neue-beauftragte-fuer-nationale-oekumenische-seelsorge-im-gesundheitswesen/
Ein Teilnehmer von Deutschland zeigte sich in der Diskussion beeindruckt davon, «was da in der Schweiz läuft». In seiner Kirche beobachte er eine Tendenz, sich angesichts schwindender Mitgliederzahlen und des Fachkräftemangels auf das «Kerngeschäft» in den Kirchgemeinden zurückzuziehen. Das widerspricht dem Grundgedanken eines diakonischen Engagements in der und für die Gesellschaft. Kirche will und soll in der Öffentlichkeit wirksam werden und für alle Menschen da sein.
Im zweiten Webinar, an dem Christine Stuber und Claudia Graf auch teilgenommen haben, präsentierten Vertreterinnen des Vereins «Hospiz Österreich» ihre Organisation und das Projekt «Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheimen». Es beinhaltet eine Schulung aller Mitarbeitenden sämtlicher Berufsgruppen. Es wird Wert gelegt darauf, Spiritualität in die Kultur zu integrieren; von den insgesamt 36 Stunden Schulung sind drei der Spiritual Care gewidmet. Daneben gebe es – «selbstverständlich» – (fast) überall noch Seelsorgende, wurde eher nebenbei vermerkt.
Auch wenn sich die Verhältnisse nur bedingt vergleichen lassen: Es fällt auf, dass das österreichische Projekt ganz auf Integration setzt. Die Kirchen gehören zwar indirekt zur Trägerschaft von «Hospiz Österreich»: Caritas und Diakonie sind ordentliche Mitglieder. Aber genannt werden sie nicht. Und die Seelsorge kommt nur am Rande vor. Demgegenüber will das Projekt «Koordinationsstelle» den kirchlichen Beitrag sichtbar(er) machen. Eine Integration von Spiritualität im Gesundheitswesen ist unerlässlich und essentiell; die Kirchen müssen sich mit den «Menschen guten Willens» vernetzen und verbünden. Aber sie dürfen dabei nicht an Profil verlieren. Nur solange und sofern die Kirchen auch genügend Mitglieder haben und eine gesellschaftlich relevante Kraft sind, können sie auch Projekte mittragen wie «Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheimen».
Darum haben Christine Stuber und Claudia Graf in ihrem Webinar nach der Präsentation mit den Teilnehmenden die Frage diskutiert: «Was ist die Rolle der Kirchen in Palliative Care?» Eine klare Antwort ist nicht herausgekommen. Aber ein gemeinsamer Nenner ist, dass die Kirchen insbesondere in Bezug auf Religiosität und Spiritualität viel zu bieten haben. DIAKONIE SCHWEIZ schreibt dazu: «Beide beeinflussen die Lebensqualität massgeblich» (https://diakonie.ch/palliative-care-und-spiritual-care/). Leider konnten die beiden Autorinnen an den folgenden Webinars aus Termingründen nicht teilnehmen. Aber der Austausch geht weiter, und wer weiss: Vielleicht hat der Austausch Impulse gegeben, der heilsamen Botschaft der Kirchen in Palliative Care über nationale Grenzen hinaus stärkere Beachtung zu schenken.
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