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Mit dem Impuls «Wo das Wort ist, da ist Kirche» legt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK eine reformierte Standortbestimmung im ökumenischen Kontext vor. Der Text geht auf eine Rede von Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates SEK, zurück, die er am 5. November 2007 anlässlich der Abgeordnetenversammlung in Bern gehalten hat. Ausgangspunkt ist die Frage, wo die evangelischen – in der Schweiz hauptsächlich reformierten – Kirchen im Kontext der Ökumene stehen.
Im Zentrum steht ein reformatorisches Verständnis von Kirche: Kirche ist dort, wo das Evangelium verkündigt wird, die Sakramente gemäss der Schrift gefeiert werden und die Gemeinde zu Zeugnis und Dienst an der Welt findet. Die versammelte Gemeinde ist nach diesem Verständnis Kirche Jesu Christi im vollen Sinn. Die Einheit der Kirche gründet nicht in einer bestimmten kirchlichen Institution, sondern in Jesus Christus selbst.
Der Impuls entfaltet die evangelische Sicht auf Kirche im Gespräch mit der römisch-katholischen Ekklesiologie. Er benennt Unterschiede im Kirchenverständnis, insbesondere im Blick auf Amt, Leitung, apostolische Sukzession und die Bedeutung des bischöflichen Amtes. Für die reformierten Kirchen steht die Treue zur biblischen Botschaft im Zentrum: Nicht die Bischöfe, sondern die Bibel gilt als Nachfolgerin der Apostel. Das kirchliche Amt wird als Dienst am Wort verstanden, getragen von der Gemeinde und eingebettet in eine presbyterial-synodale Ordnung.
Das Dokument behandelt unter anderem folgende Themen:
Ein wichtiger Teil des Textes reagiert auf ökumenische Spannungen, insbesondere auf römisch-katholische Aussagen zum Kirchesein der reformatorischen Kirchen. Der Impuls weist eine Abwertung der evangelischen Kirchen zurück, hält aber zugleich am ökumenischen Gespräch fest. Der Weg zu grösserer Einheit führt nach dem Dokument über gegenseitigen Respekt, die Anerkennung gemeinsamer Grundlagen im Glauben und eine wachsende Gemeinschaft in Wort, Sakrament, Zeugnis und Dienst.
Besonderes Gewicht erhält die Leuenberger Konkordie. Sie wird als zukunftsweisendes ökumenisches Modell verstanden, weil sie Kirchengemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit ermöglicht. Einheit bedeutet dabei nicht Uniformität. Vielmehr geht es um einen Fundamentalkonsens im Evangelium und um die konkrete Zusammenarbeit von Kirchen unterschiedlicher Gestalt.
Der Impuls schliesst mit der Perspektive einer Kirche, die Zeugnis- und Dienstgemeinschaft für die Menschen und für die Welt ist. Ökumene ist für evangelische Kirchen keine zusätzliche Option, sondern gehört zu ihrem Wesen. Die Publikation bietet damit eine theologisch fundierte Orientierung für ökumenische Beziehungen, kirchliche Selbstverständigung und das reformierte Verständnis von Kirche.
Das vollständige Dokument als PDF lesen: Wipf – Wo das Wort ist da ist Kirche. Ein reformiertes Wort im ökumenischen Kontext. SEK Impuls 3.pdf
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