a
  1. Startseite
  2. EKD Synode: Friedensethik und Machtfragen

EKD Synode: Friedensethik und Machtfragen

13.11.2025

Die 6. Tagung der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist am 12. November in Dresden zu Ende gegangen. Fünf Tage lang berieten die Synodalen über zentrale Zukunftsthemen: Kirche und Macht, Frieden, Digitalisierung, Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und den Einsatz für Menschenwürde. Insgesamt wurden 27 richtungsweisende Beschlüsse gefasst.

Schwerpunkte und Beschlüsse

  • Kirche und Macht: Macht ist unvermeidbar, wo Verantwortung getragen wird – entscheidend ist ihre transparente und kontrollierte Gestaltung. Die Synode beschloss, Diversität und Repräsentanz in kirchlichen Leitungsämtern zu stärken und den Weg zu einer machtsensiblen Kirche fortzusetzen.
  • KI-Strategie: Entwicklung einer ethisch verantworteten KI-Strategie für kirchliche Arbeit, inkl. Modellprojekt «Liturgie-Tool» zur Gottesdienstvorbereitung.
  • Demokratiebildung: Das Schwerpunktthema der Synodaltagung 2026 lautet «Gemeinsam weiter – Kirche als Werkstatt für Demokratiebildung und intergenerationales Lernen».
  • Menschenrechte: Beschlüsse zur Seenotrettung und humanitären Aufnahmeprogramme bekräftigen den Einsatz für Menschenrechte.

Neue Friedensdenkschrift

Ein zentrales Ereignis war die Vorstellung der neuen Friedensdenkschrift «Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick». Sie markiert eine deutliche Neuausrichtung der evangelischen Friedensethik:

  • Festhalten am Leitbild des «Gerechten Friedens», aber Anerkennung staatlicher Schutzpflichten.
  • Pazifistische Positionen werden gewürdigt, jedoch wird betont: Zum Schutz vor Gewalt kann Gegengewalt nötig sein.
  • Realistische Einschätzung globaler Bedrohungen, inkl. Diskussion um Abschreckung und Atomwaffen.

EKS-Blogpost «Friedensdenkschrift der EKD – Frieden in unruhigen Zeiten» 

Podium «Kirche und Macht»

EKS-Präsidentin Rita Famos brachte in der internationalen Diskussion ihre Perspektive ein: Wie kann Macht in kirchlichen Strukturen verantwortlich gestaltet werden? Das Podium beleuchtete Erfahrungen aus verschiedenen Kirchen und betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Kontrolle.

Video der Podiumsdiskussion «Kirche und Macht» (41 Minuten)