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Vom 28. bis 30. April 2026 besuchte eine Delegation der Evangelisch‑reformierten Kirche Schweiz Brüssel. Die Reise von EKS-Präsidentin Rita Famos, Martin Hirzel (Leiter Aussenbeziehungen) und David Zaugg (Beauftragter Public Affairs), fand auf Einladung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) statt und führte die Delegation zu den im europapolitischen Zentrum präsenten ökumenischen Organisationen und zu Institutionen der Europäischen Union. Ziel des Besuchs war es, den Austausch mit europäischen kirchlichen Organisationen zu vertiefen und aktuelle europäische Entwicklungen aus kirchlicher Perspektive einzuordnen – und umgekehrt auch Erwartungen europäischer Akteurinnen und Akteure an die Kirchen aufzunehmen.
Zentrale Programmpunkte waren Gespräche mit der KEK zu Friedensarbeit, Menschenrechten mit Schwerpunkt Religions‑ und Glaubensfreiheit, intergenerationeller Gerechtigkeit sowie zur revidierten Charta Oecumenica. Dabei ging es nicht nur um ökumenische Positionierungen der Kirchen, sondern auch darum, wie europäische Institutionen die Rolle der Kirchen in gesellschaftlichen Transformationsprozessen wahrnehmen und welche Beiträge sie von kirchlicher Seite erwarten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Austausch mit der Commission of the Churches on Migration in Europe (CCME), deren Mitglied die EKS ist. Die CCME arbeitet als kirchliche Fachkommission zu Migration und Menschenrechten auf europäischer Ebene und bringt entsprechende fachliche Perspektiven und Analysen in ökumenische und politische Dialoge ein. Diskutiert wurden aktuelle migrationspolitische Herausforderungen, die sich insbesondere mit dem im Juni in Kraft tretenden neuen Gemeinsamen europäischen Asylsystem stellen, sowie die Rolle der Kirchen in Begleitung, Advocacy und menschenrechtlicher Positionierung.
Ergänzt wurde das Programm durch Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission im Rahmen des strukturierten Dialogs mit den Kirchen gemäss Artikel 17 AEUV, mit dem Europäischen Auswärtigen Dienst zu den künftigen EU‑Schweiz‑Beziehungen sowie mit der Mission der Schweiz bei der Europäischen Union. Diese Gespräche verdeutlichten, dass der Dialog nicht einseitig verläuft, sondern auch Erwartungen der europäischen Institutionen an die Kirchen hinsichtlich gesellschaftlicher Verantwortung, sozialer Kohäsion und Friedensförderung thematisiert werden. Weitere Treffen mit ökumenischen Organisationen wie ACT‑Alliance EU und dem Europa-Büro der EKD machten sichtbar, wie eng kirchliches Engagement, diakonische Arbeit und europäische Sozial‑ und Gesellschaftspolitik miteinander verbunden sind. Ein Gespräch mit der Präsidentin der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgion, Pfarrerin Isabelle Detavernier, bildete den Abschluss der Reise.
Die Brüsselreise ermöglichte der EKS einen direkten Einblick in aktuelle europäische Entscheidungs‑ und Diskussionsprozesse. Gleichzeitig bot sie die Gelegenheit, kirchliche Perspektiven aus der Schweiz in den europäischen Dialog einzubringen, Erwartungen europäischer Partner an die Kirchen aufzunehmen und bestehende Partnerschaften gezielt zu vertiefen. Damit stärkte der Besuch die Aussenbeziehungen der EKS und ihre sichtbare Präsenz im europäischen ökumenischen Kontext.
Mehr Informationen: https://www.ceceurope.org/