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GEKE-Safeguarding: Aufruf des Rates der GEKE zu Schutzmassnahmen

19. Juni 2026

Schutz vor sexualisierter Gewalt

Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat heute in Warschau einen Aufruf zu Schutzmassnahmen veröffentlicht. Er anerkennt offen das Unrecht, das Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen in den Kirchen angetan wurde, und ruft alle Mitgliedskirchen auf, dem Schutz vulnerabler Personen hohe Priorität einzuräumen. Sichere Räume zu schaffen gehört zum Kern unseres Glaubens. Als EKS tragen wir diesen Aufruf mit.

Aufruf des Rates der GEKE zu Schutzmaßnahmen

Sichere Räume zu schaffen, muss ein zentraler Bestandteil unserer
Glaubensverkündigung und -ausübung sein. Das Evangelium ruft uns auf, für den
Nächsten zu sorgen. Gemäß christlicher Ethik gehört der Schutz vor sexualisierter
Gewalt somit wesentlich zum Auftrag der Kirche, zu ihrer Mission in der Welt.
Wir sind in der Vergangenheit hinter diesem Auftrag zurückgeblieben. Wir sind uns
bewusst und bedauern, dass Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen
Erwachsenen in unseren Kirchen großes Unrecht angetan wurde.

2024 stimmte die Parlamentarische Versammlung des Europarats für eine Resolution
der europäischen „Justice Initiative“. Die Resolution 2533 verlangt Standards für die
Aufarbeitung von Kindesmissbrauch und einem verbesserten Schutz von vulnerablen
Personen in ganz Europa. Europa muss seinen Werten gerecht werden, wenn es um den
Umgang mit schutzbedürftigen Menschen geht. Als evangelische Kirchen in Europa
wollen wir unseren Beitrag dazu leisten.

Viele unserer Mitgliedskirchen haben strukturierte Maßnahmen zum Schutz vulnerabler
Personen ergriffen; manche haben bereits vor vielen Jahren damit begonnen, andere
haben dem Schutz erst kürzlich Priorität eingeräumt. Wo Kirchen diese Verantwortung
annehmen und in die Tat umsetzen, tragen sie dazu bei, ihre Gesellschaften zu
sensibilisieren.

Die Vollversammlung der GEKE 2024 hat uns beauftragt, einen Arbeitsprozess
aufzusetzen, in dem unter den evangelischen Kirchen in Europa Erfahrungen mit
Schutzmaßnahmen ausgetauscht, dieselben ausgewertet und gute Praktiken gefördert
werden sollen. Als Rat der GEKE ermutigt uns das Interesse an der Auftaktkonferenz zu
diesem Prozess in Warschau. Wir rufen alle unsere Mitgliedskirchen dazu auf, der
Einführung und Verbesserung von Schutzmaßnahmen hohe Priorität einzuräumen und
damit wo möglich auch vorbildlich für andere gesellschaftliche Kontexte zu wirken.