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Am 3. September 2026 fand in Bern das nationale Herbsttreffen der Seelsorgenden in den Bundesasylzentren BAZ zum Thema «Interreligiöse Kommunikation» statt.
Doris Strahm, freiberuflich als feministische Theologin, Referentin und Publizistin tätig, und Amira Hafner-Al Jabaji, Islam- und Medienwissenschaftlerin, freischaffende Referentin und Journalistin, sind seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Gendergerechtigkeit, Gesellschaft und interreligiösem Dialog unterwegs. Zusammen präsidieren sie den Interreligiösen Think-Tank und leiteten den Workshop zum Thema «Interreligiöse Kommunikation».
Es ist das zweite von zwei jährlichen Treffen, das die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS zusammen mit den beteiligten Religionsgemeinschaften vorbereitet und inhaltlich gestaltet. Die Treffen dienen in erster Linie dem Austausch der Seelsorgenden untereinander und der Weiterbildung in seelsorgerelevanten Themen. Sie sichern aber auch den Informationsfluss zwischen Seelsorgenden, den Religionsgemeinschaften und dem Staatssekretariat für Migration.
Am Treffen nahmen rund 42 muslimische, römisch-katholische und evangelisch-reformierte Seelsorgende aus allen Regionen der Schweiz teil. Nebst den Delegierten der Religionsgemeinschaften, Rifa’at Lenzin, Präsidentin der Qualitätssicherung der Muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen QuaMS und David Zaugg, Beauftragter für Public Affairs und Migration bei der EKS, nahm auch eine Doktorandin vom Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft SZIG am Treffen teil.
Der Workshop bot den Teilnehmenden viel Raum für Austausch und Gespräche. In drei Blöcken reflektierten und diskutierten sie die strukturellen Rahmenbedingungen, die Kriterien für einen gelingenden Dialog und was «interreligiöse Seelsorge» heisst.
Dabei wurde deutlich, dass die strukturellen Unterschiede sowie von aussen kommende, je unterschiedliche Erwartungen an christliche und muslimische Seelsorgende, deren Arbeitsalltag erheblich beeinflussen. Trotzdem wird die Zusammenarbeit in vielen Teams als bereichernd erlebt und ist von Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und dem gemeinsamen Ziel geprägt, den Bedürfnissen der Asylsuchenden bestmöglich gerecht zu werden.
Einig waren sich die Seelsorgenden darin, dass der Dialog weitergeführt und Gefässe dafür gefunden werden müssen. In diesem Zusammenhang wurde angeregt, die interreligiöse Supervision, mit der insbesondere in Zürich und Bern bereits sehr gute Erfahrungen gemacht wurden, in allen Regionen zu ermöglichen.
Die vielfältigen Perspektiven, die offenen Gespräche und die gemeinsame Reflexion haben wertvolle Impulse gesetzt. Wir blicken inspiriert auf ein gelungenes Treffen zurück und danken allen Beteiligten für ihr Engagement.