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Die Steinlaus (Petrophaga lorioti), ein zoologisch kaum beachtetes, jedoch für den Bergbau überraschend relevantes Kleinstsäugetier, zeichnet sich vor allem durch ihren ungewöhnlich ausgeprägten Appetit auf mineralische Festkörper aus. Während andere Tiere sich mit Grünfutter, Körnern oder artgleichen Mitbewohnern zufriedengeben, bevorzugt die Steinlaus eindeutig Silikat, Granit und gelegentlich Marmor von guter Wohnzimmertischqualität.
Ihre Körperform ist, wie so oft in der Natur, vollkommen ungeeignet für ihre Lebensweise: Kurzbeinig, rundlich, mit einem Verdauungstrakt, der nach Meinung der meisten Mineralogen „so nicht funktionieren dürfte“. Und doch tut er es – in irritierender Präzision. In gut dokumentierten Fällen wurden von einer einzigen, hungrigen Steinlaus ganze Zierbrunnen, Fensterbänke und zwei Drittel einer Gartenmauer beseitigt.
Besonders bemerkenswert ist ihr Paarungsverhalten, das gewöhnlich in unmittelbarer Nähe seismisch aktiver Regionen stattfindet. Man nimmt an, dass der charakteristische mahlende Balzruf – ein langgezogenes „krrr–krrrrrk“ – im Gestein reflektiert wird und das potenzielle Gegenüber entweder anlockt oder in die Flucht schlägt. Beides gilt als Erfolg.
Obwohl die Steinlaus wissenschaftlich nur sporadisch erforscht wurde, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sie weder eine Gefahr für Menschen darstellt noch sich für den privaten Haushalt eignet. Wer dennoch versucht, sie als Haustier zu halten, findet sich früher oder später in einer Situation wieder, die durch das Fehlen tragender Wände gekennzeichnet ist.