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Missbrauch und Kirche : sprechen wir darüber

Eine Webinarreihe zu aktuellen Herausforderungen im Bereich "Schutz der persönlichen Integrität"
Oktober 2026 bis April 2027
Online

Mitwirkende     Programm     Anmeldung     Kontakt

Angesichts sexuellen, körperlichen und spirituellen Missbrauchs sind die Kirchen gefordert, ihre Kompetenzen zu erweitern und ihre Praxis zu stärken.

In Weiterführung der Arbeiten innerhalb der EKS bietet diese Webinarreihe einen Raum für Weiterbildung, Reflexion und Austausch.

Ziel dieser Reihe ist es: 

– einen Raum für Dialog und Reflexion zu bieten, um Fragen im Zusammenhang mit Missbrauch in der Kirche anzugehen;
– das Verständnis für die Herausforderungen aus einer interdisziplinären Perspektive (rechtlich, theologisch und ethisch) unter Einbezug externer Referierenden zu erweitern;
– das Bewusstsein und die Prävention bei den verschiedenen Akteuren zu stärken, insbesondere innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz.

Die Reihe richtet sich an Kirchenleitende, Mitarbeitende im kirchlichen Dienst, Freiwillige, Mitarbeitenden der Mitgliedkirche, Fachpersonen sowie an alle Interessierten. 

Sie besteht aus sechs Modulen, die sich gegenseitig ergänzen. Die Module können jedoch auch einzeln besucht werden. Die Module finden online statt.

Mitwirkende

Olivier Abel
Emeritierter Professor für Philosophie und Ethik am Institut Protestant de Théologie (Paris-Montpellier) in Frankreich. Er hat insbesondere Werke über den Begriff der Vergebung, der Demütigung sowie über Calvin, Bayle und Ricoeur veröffentlicht.

Maya Bodenmann 
Zugelassene Rechtsanwältin. Derzeit verfasst sie im Rahmen eines SNF-Projekts über Entschädigungskommissionen für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche eine Doktorarbeit im Strafrecht.

Valérie Duval-Poujol
Theologin und Vizepräsidentin der Fédération Protestante de France, Gründerin des Vereins Une place pour Elles, der auf häusliche Gewalt aufmerksam macht, Autorin mehrerer Bücher zu diesem Thema und Botschafterin der Weltbaptistenallianz gegen Gewalt an Frauen.

Frieda
Als feministische Organisation in der Schweiz (ehemals cfd Christlicher Friedensdienst) ist sie Mitglied im Netzwerk der Istanbul-Konvention und Organisatorin der Präventionskampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». 

Camille Gonzales
Leiterin der Fachstelle Rhizom – Kompetenzzentrum für religiöse und weltanschauliche Fragen. Rhizom ist eine Beratungsstelle in den Kantonen Genf und Wallis, die Menschen und Institutionen zu diesen Themen begleitet.

Carola Gruenberg
Rechtsanwältin in den Bereichen Familienrecht, Kinderschutz, Opfervertretung und Arbeitsrecht. Sie berät und begleitet Institutionen, insbesondere Kirchen, bei der Prävention und Bewältigung von Verletzungen der Integrität.

Camille Perrier Depeursinge
Professorin an der Universität Lausanne, wo sie Strafrecht lehrt. Sie ist Präsidentin des Vereins für restaurative Justiz in der Schweiz und betreut gemeinsam mit Prof. Damien Scalia die Dissertation von Maya Bodenmann.

Kinderschutz Schweiz
Als unabhängige privatrechtliche Stiftung, die in der ganzen Schweiz tätig ist, setzt sie sich insbesondere für den Schutz von Kindern vor Missbrauch ein. Sie hat sich unter anderem auf die Bekämpfung von digitaler Gewalt spezialisiert.

Thomas Steinke
Pfarrer, Referent im Team Spiritualität in der Evangelischen Agentur der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Ansprechperson der Kontaktstelle für Spirituellen Missbrauch der hannoverschen Landeskirche. 

Frank Stüfen
Doktor der Theologie, ist als Gefängnisseelsorger in Zürich tätig. Ehemaliger Leiter des CAS in Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug an der Universität Bern und NGO Repräsentant der Weltkonferenz der Gefängnisseelsorge (IPCA) bei der UN.

Lisanne Teuchert
Ordentliche Professorin am Lehrstuhl für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Dogmatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Deutschland. 

Programm

Modul 1: Autorität, Macht und spiritueller Missbrauch

Dieses Modul befasst sich mit spirituellem Missbrauch und dessen Herausforderungen für die Kirchen. Es zielt darauf ab, diesen Begriff anhand neuerer Forschungsergebnisse sowie praktischer Erfahrungen in verschiedenen kirchlichen Kontexten zu verdeutlichen. Die Beiträge von Camille Gonzales vom Verein Rhizome, der auf die Begleitung und Analyse von Machtdynamiken spezialisiert ist, und von Pfarrer Thomas Steinke von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hannover bieten zusätzliche Einblicke in die Präventions- und Behandlungsmassnahmen bei spirituellem Missbrauch in der Schweiz und in Deutschland.

Donnerstag, 1. Oktober 2026, 16.00 – 18.00 Uhr 

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Modul 2: Häusliche Gewalt: Welche Herausforderungen für die Kirche?

Als blinder Fleck kirchlicher Präventionsmassnahmen betrifft diese Gewalt jede vierte Frau in christlichen Gemeinschaften. Die Organisation FRIEDA, Mitglied des Netzwerks Istanbul-Konvention, ordnet die aktuelle politische Debatte ein und stellt ihre Empfehlungen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in der Schweiz vor. Die Theologin und Vizepräsidentin der Fédération protestante de France, Valérie Duval Poujol, stellt Instrumente vor, die es den Kirchen ermöglichen, solche Situationen zu erkennen und dagegen vorzugehen.

Donnerstag, 5. November 2026, 16.00 – 18.00 Uhr

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Modul 3: Gewalt im digitalen Raum

Im Rahmen der Kampagne 2026 «16 Tage gegen Gewalt», die sich mit digitaler Gewalt befasst, bietet die EKS gemeinsam mit Kinderschutz Schweiz ein praxisorientiertes Modul zu Formen von Online-Gewalt an: Belästigung, Drohungen, Hasskampagnen, nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder, Cyberstalking, digitale Überwachung oder Kontrolle. 

Dienstag, 1. Dezember 2026, 16.00 – 18.00 Uhr

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Dieses Modul wird gemeinsam mit Kinderschutz Schweiz im Rahmen der Kampagne «16 Tage gegen geschlechtsspezifische Gewalt» organisiert.

Modul 4: Integrität Verletzung und rechtlicher Rahmen

Das Modul beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Strafrecht, Arbeitsrecht und Opferhilfegesetzt.Carola Gruenberg, Anwältin für Strafrecht, stellt die wichtigsten Bestimmungen des Strafrechts und des Arbeitsrechts sowie deren konkrete Auswirkungen auf die Kirchen als Institutionen und Arbeitgeber vor.

Mittwoch, 27. Januar 2027, 16.00 – 18.00 Uhr

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Das Modul findet im Rahmen der EKS-Vernetzungstreffen zum Schutz der persönlichen Integrität statt.

Modul 5: Restorative Justice in der Kirche

Dieses Modul widmet sich der Restorativen Justice und den Wegen der Wiedergutmachung für Betroffenen von Missbrauch in der Kirche. Es zielt darauf ab, die Grundprinzipien zu verstehen, insbesondere die Verknüpfung zwischen Strafjustiz und Restorativer Gerechtigkeit sowie die Möglichkeiten, die sie im kirchlichen Kontext bietet. Ein gemeinsamer Vortrag von Prof. Camille Perrier Depeursinge und Maya Bodenmann befasst sich mit bestehenden Modellen von Wiedergutmachungskommissionen im Rahmen ihrer Forschungsprojekte des Schweizerischen Nationalfonds. Dieser Beitrag wird in einen Dialog mit dem Vortrag von Dr. theol. Frank Stüfen, Gefängnisseelsorger und Spezialist für Restorative Justice, gebracht. Ausgehend von seinen Erfahrungen im Strafvollzug wird er Überlegungen zu Versöhnungsprozessen anstellen.

Mittwoch, 10. März 2027, 16.00 – 18.00 Uhr

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Modul 6: Vergebung im Kontext von Missbrauch theologisch neu denken

Dieses Modul zielt zum einen darauf ab, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie „Vergebung“ dazu genutzt wird, Missbrauch innerhalb von Gemeinschaften und Institutionen zu vertuschen. Zum anderen soll es Ansätze zur Erneuerung der theologischen Sprache rund um das Thema Vergebung aufzeigen. Die Beiträge der Theologin Lisanne Teuchert und des Philosophen Olivier Abel werden es uns ermöglichen, einerseits die neutestamentliche Perspektive auf die Vergebung und ihre Grenzen zu schärfen und andererseits Rache und das Bedürfnis nach Vergeltung als komplementäre Seite der Vergebung zu betrachten.

Dienstag, 27. April 2027, 16.00 – 18.00 Uhr

Online, zweisprachig mit Simultanübersetzung

Anmeldung

Die Teilnahme an den Modulen ist kostenlos. Um Zugang zu den Einwahllinks zu erhalten, melden Sie sich bitte bis am 10. September 2026.

Muttersprache / Langue maternelle
Gewünschte Module / Modules souhaités

Kontakt

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Cynthia Guignard, cynthia.guignard@evref.ch,
Stefanie Fischer-Lüthi, stefanie.fischer@evref.ch.